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Koreas KOSPI schießt an einem Tag um 17,91 % hoch – SK Hynix trifft erstmals seit 17 Jahren die Kursobergrenze

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Eine Aktie, die sich innerhalb von fünf Tagen halbierte, erreichte am nächsten Handelstag die Kursobergrenze – was diese Achterbahnfahrt wirklich bedeutet.

Kurz gefasst
  • Am 31. Juli 2026 stieg der südkoreanische Aktienindex KOSPI um 1.001,89 Punkte (17,91 %) auf 6.595,45 Punkte – der größte Tagesgewinn in Prozent- und Punktzahlen seit Beginn der Indexberechnung 1980.
  • SK Hynix schloss 29,95 % höher bei 1.718.000 Won und erreichte damit die tägliche Kursobergrenze – zum ersten Mal, seit die Bandbreite 2015 von ±15 % auf ±30 % ausgeweitet wurde, und zum ersten Mal überhaupt seit dem 28. Januar 2009, also seit 17 Jahren.
  • Auslöser waren überraschend starke Zahlen von Microsoft samt bekräftigten KI-Investitionsplänen sowie Netto-Käufe ausländischer Investoren von rekordhohen 7,22 Billionen Won an einem Tag – allerdings hatte derselbe Markt nur zehn Tage zuvor eine Handelsunterbrechung (-8,95 %) erlebt, weshalb umstritten ist, ob es sich um eine echte Erholung oder um Überhitzung handelt.

Was ist passiert

Am 31. Juli 2026 schloss der KOSPI bei 6.595,45 Punkten, ein Plus von 1.001,89 Punkten (17,91 %) gegenüber dem Vortag – der größte Tagesgewinn in Prozent- und Punktzahlen seit Beginn der Indexberechnung im Jahr 1980. Es war zudem das erste Mal, dass der KOSPI an einem einzigen Tag um mehr als 1.000 Punkte zulegte.

Am selben Tag schloss SK Hynix mit einem Plus von 29,95 % bei 1.718.000 Won und erreichte damit die tägliche Kursobergrenze. Das ist das erste Mal seit der Ausweitung der Bandbreite von ±15 % auf ±30 % im Jahr 2015 und die erste Kursobergrenze der Aktie überhaupt seit dem 28. Januar 2009 – 17 Jahre zuvor. Auch Samsung Electronics legte um 26,81 % auf 262.500 Won zu. Ausländische Investoren kauften an diesem Tag netto Aktien im Rekordwert von 7,22 Billionen Won, mehr als die Hälfte davon – 3,61 Billionen Won – allein in SK Hynix.

Warum jetzt – die Vorgeschichte der Achterbahn

Um den Kurssprung zu verstehen, muss man zehn Tage zurückgehen. Am 13. Juli brach der KOSPI wegen geopolitischer Spannungen im Nahen Osten und eines Ausverkaufs bei Halbleiteraktien um 8,95 % (669,01 Punkte) auf 6.806,93 Punkte ein – der siebte Handelsstopp des Jahres wurde ausgelöst. SK Hynix verlor allein an diesem Tag mehr als 15 %.

Danach drehte die Stimmung: SK Hynix erreichte am 25. Juli intraday mit 2.987.000 Won ein Allzeithoch, fiel aber nur fünf Tage später, am 30. Juli, auf 1.322.000 Won zurück – ein Minus von 54,7 % gegenüber dem Hoch innerhalb von kaum einem Monat. Den Umschwung löste ein Quartalsbericht von Microsoft aus, der die Erwartungen übertraf, zusammen mit bekräftigten Plänen für höhere KI-Investitionen. Als das Vertrauen in die KI-Ausgaben großer Kunden zurückkehrte, floss das Kapital rasch in die HBM-Zulieferer (High Bandwidth Memory), die diese Nachfrage bedienen: SK Hynix und Samsung Electronics.

SK Hynix hatte kurz zuvor das umsatzstärkste Quartal seiner Geschichte gemeldet: Umsatz von 79,32 Billionen Won und ein Betriebsgewinn von 60,54 Billionen Won bei einer operativen Marge von 76 %. Umsatz und Betriebsgewinn stiegen im Jahresvergleich um 257 % beziehungsweise 557 %, und der Umsatz im ersten Halbjahr überschritt erstmals die Marke von 100 Billionen Won – getragen von HBM und DRAM für KI-Server.

Die Zahlen im Überblick

Wie "rekordverdächtig" dieser Anstieg wirklich ist, zeigt sich erst im historischen Vergleich. Der bisherige Rekord für den größten Tagesgewinn des KOSPI lag bei 11,95 % – aufgestellt am 30. Oktober 2008, auf dem Höhepunkt der globalen Finanzkrise. Der aktuelle Anstieg übertrifft diesen Wert um fast sechs Prozentpunkte.

Die zwei größten Tagesgewinne des KOSPI
2008.10.30
11,95 %
2026.07.31
17,91 %
Quelle: zusammengestellt aus Berichten von Financial News, MBC u. a. (Schlusskurs-Basis, seit Beginn der KOSPI-Berechnung 1980)

Betrachtet man allein den Kurs von SK Hynix, wird die Wucht der Schwankungen der vergangenen zwei Wochen noch deutlicher.

SK-Hynix-Aktienkurs (in 10.000 Won) – zwei turbulente Wochen
Hoch → Tief (5 Tage)-55,7 %
25.07
298,7
30.07
132,2
Tief → Kursobergrenze (1 Tag)+29,95 %
30.07
132,2
31.07
171,8
Quelle: zusammengestellt aus Hankyung, Seoul Sinmun u. a. (Mix aus Intraday-Hoch und Schlusskursen; Angaben in 10.000 Won)

Branchenschätzungen (unter Berufung auf Daten von TrendForce) zufolge liegt SK Hynix' Anteil am HBM-Markt 2026 bei rund 50 % – Platz eins –, gefolgt von Samsung mit 28 % und Micron mit 22 %. Die UBS geht jedoch davon aus, dass Samsung diesen Abstand bis 2027 deutlich verringern kann. Ob SK Hynix damit auch künftig der größte Profiteur dieser Rally bleibt, ist also offen.

Dass eine Aktie, die drei Tage zuvor noch bei 1,32 Millionen Won lag, binnen 24 Stunden die Kursobergrenze erreicht, ist nicht nur eine Wette auf die Erzählung vom "KI-Halbleiter-Superzyklus" – es ist auch eine Wette darauf, wie schnell Geld in diese Erzählung hinein- und wieder herausströmt.

Streitpunkt – echte Erholung oder Überhitzung?

Die Einschätzungen der Analysten gehen deutlich auseinander. Hanwha Investment & Securities (4,3 Millionen Won) sowie KB Securities, Shinhan Investment, Mirae Asset Securities und Daol Investment (jeweils 4,2 Millionen Won) haben ihre Kursziele für SK Hynix weit über dem aktuellen Niveau angesetzt und verweisen auf ausgeweitete langfristige HBM-Lieferverträge und anhaltende Investitionen in KI-Server. Andere haben ihre Ziele hingegen gesenkt: Shinhan Investment von 4,2 auf 2,7 Millionen Won, Hanwha von 4,3 auf 3,15 Millionen Won – ein Zeichen für Sorgen über einen Höchststand der Speicherpreise und eine zu hohe Bewertung.

Andere Stimmen sorgen sich um die Volatilität selbst. Ein Analyst einer ausländischen Bank verglich die jüngsten Kursbewegungen des KOSPI mit einer Meme-Aktie oder einer Kryptowährung: Ein Muster, bei dem sich der Kurs binnen weniger Tage halbiert und am nächsten Tag die Kursobergrenze erreicht, erinnere weniger an eine gesunde Preisfindung als an Kauf- oder Verkaufsaufträge, die sich zu einem bestimmten Zeitpunkt und bei einer bestimmten Aktie ballen. Tatsächlich fiel das Handelsvolumen gehebelter Produkte während der Rally auf etwa ein Viertel des Niveaus während des Crashs – ein Hinweis darauf, dass viele Privatanleger am Tiefpunkt verkauft und die Erholung verpasst haben.

Wie geht es weiter

Die meisten Brokerhäuser erwarten für August eine "stufenweise" Erholung. Eine Prognose nennt im schlechtesten Fall eine Unterstützung des KOSPI bei rund 5.150 Punkten und einen Widerstand bei etwa 6.350 Punkten, sobald sich die Unsicherheit gelegt hat – ein vorsichtig optimistisches Bild, das weitere Rücksetzer nicht ausschließt.

  • Der Wettlauf um HBM: Samsung hat angekündigt, seinen HBM-Marktanteil im zweiten Halbjahr auf das Niveau seines gesamten DRAM-Marktanteils anheben zu wollen – ob SK Hynix seine Führung verteidigen kann, wird zum zentralen Thema der nächsten Berichtssaison.
  • Privatanleger und gehebelte Produkte: Wiederholen sich Tagesbewegungen von rund 30 % wie in diesem Fall, fallen Gewinne und Verluste bei gehebelten oder inversen Produkten deutlich stärker aus als beim Index selbst.
  • Makrofaktoren: Geopolitische Risiken im Nahen Osten sowie die nächsten Quartalszahlen und Investitionsprognosen der US-Technologiekonzerne bleiben die externen Größen, die über die Nachhaltigkeit dieser Rally entscheiden.

Letztlich sagt diese Achterbahnfahrt von KOSPI und SK Hynix weniger über den "KI-Halbleiter-Superzyklus" selbst aus als darüber, wie sehr Geschwindigkeit und Ausschlag der Marktreaktionen auf dieses große Narrativ inzwischen zugenommen haben.

Dieser Beitrag ist eine eigenständige Analyse von nuloq, erstellt ausschließlich auf Basis der unter "Quellen" aufgeführten öffentlichen Berichte und offiziellen Daten, mit Unterstützung von KI-Werkzeugen. Er dient nur der Information und ist keine Anlage-, Rechts- oder medizinische Beratung; er spiegelt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wider. Bei festgestellten Fehlern nehmen wir Korrekturen vor.

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