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Südkoreas Won hat nur 0,1 % Weltmarktanteil – der große Plan für 2026

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Eine Analyse von Südkoreas mutigster Währungsreform seit der Krise von 1997 – Zahlen, Geschichte und Risiken.

Kurz gefasst
  • Am 19. Juli stellten fünf südkoreanische Behörden einen „Fahrplan zur Won-Internationalisierung" vor – nach der Einführung des 24-Stunden-Devisenhandels soll bis Januar 2027 ein Offshore-Abwicklungsnetz für den Won entstehen.
  • Laut SWIFT-Daten liegt der Anteil des Won am weltweiten Zahlungsverkehr bei nur 0,1 % – außerhalb der Top 20 –, obwohl Südkoreas Wirtschaft zu den zehn größten der Welt zählt.
  • Experten warnen: Leichterer Kapitalzugang bedeutet auch, dass sich US-Zinsschocks schneller auf Südkorea übertragen und die geldpolitische Autonomie leiden könnte.

Was ist passiert

Am 19. Juli haben das südkoreanische Finanzministerium, die Finanzaufsichtskommission, die Bank of Korea, die Finanzaufsichtsbehörde und das koreanische Wertpapierverwahrzentrum gemeinsam einen „Fahrplan zur Won-Internationalisierung" vorgestellt, der den Won von einer „regulierten Währung" (Restricted Currency) zu einer „frei konvertierbaren Währung" machen soll. Bereits seit dem 6. Juli läuft der inländische Devisenhandel rund um die Uhr – ununterbrochen von Montag 6 Uhr bis Samstag 6 Uhr –, und bis Januar 2027 soll ein neues „Offshore-Won-Abwicklungsnetz" entstehen, über das auch im Ausland Won-Konten eröffnet und abgewickelt werden können.

Ausländische Nutzer können künftig ohne inländisches Konto über ihr eigenes Konto bei einer Offshore-Abwicklungsstelle Won an andere Ausländer überweisen; die Melde- und Prüfpflichten nach dem Devisenrecht werden für solche Transaktionen deutlich gelockert.

Warum jetzt — 30 Jahre als „regulierte Währung"

Der Status des Won als „regulierte Währung" geht auf die Asienkrise von 1997 zurück. 1993 erlaubte die Regierung ausnahmsweise, dass Finanzinstitute über Auslandsniederlassungen kurzfristige Handelskredite und Kredite aufnahmen – eine Hintertür, durch die kurzfristige Auslandsschulden in großem Umfang ins Land strömten. Als dieses spekulative Kapital („Hot Money") im November 1997 schlagartig abfloss, schoss der Wechselkurs in die Höhe, und Südkorea rutschte in eine Zahlungsunfähigkeitskrise. Seitdem hat Südkorea den Zugang von Ausländern zum Won streng reguliert – ein Rahmen, der fast drei Jahrzehnte Bestand hatte. Laut Newspim bezeichnet das Finanzministerium den neuen Fahrplan selbst als „Reform, die die Grundlagen der Devisenpolitik seit der Finanzkrise neu schreibt" – ein Zeichen dafür, dass es hier um weit mehr als kosmetische Anpassungen geht.

Zahlen — eine Top-10-Wirtschaft mit einer Währung außerhalb der Top 20

Laut SWIFT-Daten von Januar 2022 liegt der Anteil des Won am weltweiten Zahlungsverkehr bei rund 0,1 % – außerhalb der Top 20. Ein Vertreter der Bank of Korea erklärte, unter den Teilnehmern der globalen Devisenmärkte gebe es „kaum eine Einschätzung, dass der Won eine Reservewährung ist". Genau diese Lücke will die Regierung mit dem neuen Fahrplan schließen: Südkoreas nominales BIP zählt zu den zehn größten der Welt, doch die internationale Stellung seiner Währung bleibt weit dahinter zurück.

Anteile der wichtigsten Zahlungswährungen weltweit (SWIFT, Stand Januar 2022)
US-Dollar
39,9%
Euro
36,6%
Chin. Yuan
3,2%
Jap. Yen
2,8%
Südkor. Won
0,1%
Quelle: SWIFT-Daten (Stand Januar 2022), zitiert nach Hankyung

Auch die schrittweise Ausweitung der Handelszeiten am Devisenmarkt liest sich als Versuch, diese Lücke zu schließen. Vor Juli 2024 war der inländische Devisenmarkt werktags nur 6,5 Stunden geöffnet (9 bis 15:30 Uhr). Im Juli desselben Jahres wurde der Handelsschluss auf 2 Uhr nachts verschoben, und seit dem 6. Juli 2026 läuft der Handel werktags praktisch ununterbrochen rund um die Uhr. Laut Hankyung hat diese Ausweitung auch die morgendliche Kursvolatilität um 41,6 % gesenkt.

Effekt des 24-Stunden-Devisenhandels
Tägliche Handelszeit (Stunden)+269%
Vorher
6,5
Nachher
24
Volatilitätsindex morgens-41,6%
Vorher
100
Nachher
58
Quelle: Hankyung (06.07.2026), Reformunterlagen des Finanzministeriums zum Devisenmarkt

Streitpunkte — Nutzen und Risiko kommen zusammen

Schreitet die Won-Internationalisierung voran, könnten Unternehmen Kosten für Währungsumtausch und Absicherung sparen, und ausländische Investoren erhielten leichteren Zugang zu Südkoreas Kapitalmarkt. Das Korea Capital Market Institute (KCMI) bewertet die Won-Internationalisierung insgesamt positiv für die Vertiefung des Kapitalmarkts und die Devisenliquidität. Dieselbe Studie weist aber auch auf die Kehrseite hin: Je freier der Won gehandelt wird, desto schneller übertragen sich externe Schocks – etwa Zinsänderungen der US-Notenbank – auf Südkorea, und eine wachsende Zinsdifferenz zwischen den USA und Südkorea könnte die geldpolitische Autonomie untergraben.

Ein warnendes Beispiel liegt in der Nachbarschaft: China treibt die Internationalisierung des Yuan voran, hat sich aber gegen eine vollständige Kapitalverkehrsliberalisierung entschieden und öffnet stattdessen schrittweise über den Offshore-Markt in Hongkong – dennoch liegt der weltweite Zahlungsanteil des Yuan bis heute bei rund 3 %. Selbst der Anteil des Yuan an Südkoreas Zahlungen nach China hat erst kürzlich zum ersten Mal die Marke von 1 % (1,2 %) überschritten – ein Beleg dafür, dass die Internationalisierung einer asiatischen Währung für kein Land ein leichtes Unterfangen war.

Ob die Won-Internationalisierung gelingt, entscheidet sich weniger daran, wie schnell geöffnet wird, sondern daran, wie gut das Land eine Krise ohne Krise übersteht. Die Lehre von 1997 war nicht die Öffnung selbst, sondern das Versagen, plötzliche Kapitalbewegungen zu steuern.

Ausblick — worauf jetzt zu achten ist

Startet das Offshore-Abwicklungsnetz für den Won im Januar 2027 wie geplant, wird die erste Bewährungsprobe sein, ob der Anteil des Won am weltweiten Zahlungsverkehr tatsächlich steigt. Ebenso entscheidend ist, ob das von der Regierung angekündigte „mehrschichtige Risikomanagementsystem" bei plötzlichen Kapitalbewegungen wirklich greift. Sollten die USA in einer Phase erweiterten Won-Zugangs erneut die Zinsen anheben und Kapital rasch abfließen, könnte die Won-Internationalisierung wie ein Bumerang wirken und die Wechselkursvolatilität sogar erhöhen. Steigt der Zahlungsanteil hingegen ohne größere Erschütterungen allmählich, dürfte dieser Fahrplan als die grundlegendste Wende in Südkoreas Devisenpolitik seit 1997 in Erinnerung bleiben.

Dies ist eine eigene Analyse von nuloq auf Grundlage der unter „Quellen" aufgeführten öffentlichen Berichte und offiziellen Daten, erstellt mit Hilfe von KI. Sie dient ausschließlich Informationszwecken – keine Anlage-, Rechts- oder medizinische Beratung – und spiegelt den Stand zum Zeitpunkt der Erstellung wider. Bei festgestellten Fehlern korrigieren wir den Text.

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